
review in Jazz Podium 9/2003
Insbesondere ab 1968 konstatieren Beatles – Kenner eine „Rückwendung der Beatles zu bluesorientierten Formen“. Und auch Beatles –Intimus George Martin bestätigt:“Alles in allem nutzen die Beatles die Ausdrucksform des Blues – die Poesie dieser Musik, deren Seele – und machten sie sich zum eigen.“ Wer will es da Peter Lipa verübeln, wenn er sich zum 60. Geburtstag einige ganz und gar nicht bluesige John Lennon/Paul McCartney.Songs herausgreift und versucht ihnen etwas Blues-Seele einzuhauchen? Auf dem CD-Cover krabbelt ein Käfer über Peter Lipas Stirn. Beetle (Käfer)=Beatle? Wer den umtriebigen sänger, Komponisten, Promoter, Moderator und Manager aus Bratislava kennt , weiß das nicht unbedingt die Beatles drin sein müssen, wenn auf einem seiner produkte „Beatles“ steht. Lipa ist schließlich kein Mann für die 1001. Version von „Yesterday“ oder „Lady Madonna“. Seine 16 Cover-Versionen sind allerdings weit mehr Jazz als Blues. Schliesßlich war er 25 Jahre lang Promoter der Jazztage in Bratislava, seit 1989 ist er Präsident der Slowakischen Jazzgesellschaft.
In „A fool on the hill“ bläst Luboš Priehradník eine wunderbar jubilierende Jazztrompete, „I´ve just seen a face“ gewinnt durch das Altsax von Rado Tariška eine völlig neue Dimension, das Bass-solo in „P.S. I love you“ (Juraj Griglák) konnte Paul gefallen,
in „I wanna be your man“ gospeln Jana Kirschner und Radovan „Vrabec“ Orth mit Lipa um die Wette, und in “With a little help from my friends“ erliegd Lipa gottlob nicht der Versuchung, in Joe Cockers Spuren zu wandeln. Lipa ist Lipa.
Rainer Bratfisch


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